Glaukomvorsorge

Keine Angst vor Grünem Star:
Die Vorsorge schützt vor Erblindung!

Das Glaukom (Grüner Star) ist eine Augenerkrankung, bei der der Sehnerv aufgrund des gegebenen Augeninnendrucks beschädigt wird und somit langfristig zu einem Sehverlust führt. Wenn diese Krankheit nicht diagnostiziert und behandelt wird, kann das Glaukom zu einem Verlust des zentralen Sehens und zur Erblindung führen.

Man schätzt, dass in Deutschland etwa 800.000 Menschen am Glaukom erkrankt sind. Nach der Makuladegeneration ist der Grüne Star die zweithäufigste Erblindungsursache in Deutschland.

Ein Glaukom ist bei einer frühen Diagnose bestens behandelbar, wird jedoch leider nur selten frühzeitig erkannt. Im frühen Stadium kann die Krankheit nur durch regelmäßige Augenuntersuchungen diagnostiziert werden. Jeder von uns lebt mit dem Risiko, an einem Glaukom zu erkranken. Bestimmte Menschen sind jedoch einem höheren Risiko ausgesetzt und müssen häufiger von ihrem Augenarzt untersucht werden.

Beispiel für das Sichtfeld beim Glaukom (symbolische Darstellung)

Die wesentlichen Glaukom-Risikofaktoren

  • Über 45 Jahren alt

  • Bekannte Glaukom Vorerkrankungen in der Familie

  • Diabetes

  • Ein hohes Maß an Kurzsichtigkeit (Myopie)

  • Durchblutungsstörungen

  • Verwendung von Kortison (Steroide) in den Augen, oral oder systemisch

Die zwei Haupttypen von Glaukom

01. Offenwinkelglaukom

Diese Art entwickelt sich langsam und ohne akute Attacken. Es ist die häufigste Form des Glaukoms. Der Kammerwinkel ist offen.

Symptome

  • Kopfschmerzen
  • Augenbrennen
  • Fortschreitende Gesichtsfeldausfälle
  • Farbringe um Lichtquellen

02. Engwinkelglaukom

Dieser Typ tritt akut auf. Der Kammerwinkel ist blockiert.

 

Symptome

  • Plötzliche Augenschmerzen
  • Farbringe um Lichtquellen
  • Gerötete Augen
  • Sehr hoher Augeninnendruck
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Plötzliche Sehstörung
  • Weite, lichtstarre Pupille

Bin ich vom Grünen Star betroffen?

Rund 2 % der Menschen über vierzig sind vom Grünen Star betroffen, die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter.

Da bei dem Glaukom oft eine erbliche Veranlagung besteht, sollten Sie sich mindestens einmal pro Jahr vom Augenarzt kontrollieren lassen, wenn Sie bekannte Krankheitsfälle in der Familie haben. Starke Kurzsichtigkeit kann die Entstehung und den Schweregrad eines Grünen Stars beeinflussen. Eine vermehrte Häufung wird auch bei Diabetes oder Kreislauferkrankungen gefunden. Das Glaukom kann aber auch bei Patienten auftreten, die über längere Zeit Kortisonpräparate einnehmen müssen. Zudem kann sich das Glaukom nach einer Augenverletzung entwickeln. 

Wie erfolgt die Diagnose des Grünen Stars?

Alle zur Diagnosestellung wichtigen Methoden stehen in unseren Augenzentren zur Verfügung.

Die Messung des Augeninnendrucks

Der Augeninnendruck, der bei vielen Formen des Grünen Stars erhöht ist, kann mittels Luft und mit dem sogenannten Goldmann Applanations-Tonometer gemessen werden. Nicht in jedem Fall bedeutet ein erhöhter Augendruck das Vorliegen eines Glaukoms. Andererseits liegt bei manchen Patienten trotz normalen Druckwerten ein Grüner Star vor.

Hornhautdickenmessung

Die Messung der Hornhautdicke gibt nähere Hinweise über die Genauigkeit der Augendruckmessung und ermöglicht eine Risikoabschätzung für die weitere Entwicklung eines Glaukoms.

Die Gesichtsfeldmessung

Das Gesichtsfeld ist der Bereich unserer Umgebung, den wir ohne das Auge zu bewegen erkennen können. Mit Hilfe eines Messgerätes (Perimeter) kann die Form und Größe des Gesichtsfeldes genau bestimmt werden. Da das Glaukom zu einer zunehmenden Einschränkung dabei führt, gibt die Untersuchung genaue Auskunft über den Stand der Erkrankung. Anhand regelmäßig wiederholter Gesichtsfeldmessungen lässt sich der Verlauf der Erkrankung dokumentieren.

Untersuchung des Sehnervenkopfes

Die Betrachtung des Augenhintergrundes erlaubt es dem Augenarzt, den Sehnervenkopf auf das Vorliegen oder Voranschreiten eines Glaukoms zu untersuchen.

Papillen-OCT

Die Augenkompetenz Zentren verfügen über ein sogenanntes Papillen-OCT, dieses kann die Dicke der sich im Sehnerv vereinigenden Nervenfasern genau ausmessen. Somit können bereits frühzeitig Schäden am Sehnerv dokumentiert werden.

Augenärztin untersucht im Rahmen einer glaukom vorsorgeuntersuchung eine Patientin

Wie wird der Grüne Star behandelt?

Beim Glaukom senkt der Augenarzt zuerst mithilfe von Augentropfen den Augeninnendruck. Einige Patienten vertragen die Augentropfen auf lange Sicht nicht. Es kann zu Rötungen und Überempfindlichkeitsreaktionen kommen. In solchen Fällen, oder falls der Augeninnendruck unter den Augentropfen nicht ausreichend gesenkt werden kann, kommen verschiedene Laserverfahren bzw. operative Behandlungen des Glaukoms in Frage.

Ziel der Glaukomtherapie ist es, dass keine weiteren Schäden am Sehnerven auftreten. Bereits vorhandene Sehnervenschäden können in der Regel nicht rückgängig gemacht werden.

Wichtig: Sehnerven sind irreparabel! Nur eine regelmäßige Vorsorge beim Augenarzt kann das Risiko minimieren.

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